Tipps zum Thema: Plastik vermeiden - geht das?


“Plastik ist aus dem Alltag kaum noch wegzudenken. Jedoch werden immer mehr Menschen die Nachteile von Plastikverpackungen und Plastikprodukten bewusst. Die beiden wohl größten Nachteile sind der extrem lange Zersetzungsprozess und die gesundheitlichen Auswirkungen auf den Organismus. Viele Plastiksorten benötigen Jahrhunderte, bis sie im Ökosystem vollständig abgebaut sind und verschmutzen Landschaften und Ozeane. Durch die Aufnahme von Kleinstteilen durch Fische und Vögel gelangen sie in unsere Nahrungskette.“

Quelle: https://www.smarticular.net/schritte-fuer-weniger-plastik-im-alltag/

Zugegeben: Plastik ist oft einfach praktisch. Ich möchte Plastik nicht total verteufeln. Wir können aber in kleinen Schritten etwas gegen die Verschmutzung der Natur mit weggeworfenem Plastik tun.

Ich wohne in einer liebenswerten Kleinstadt auf dem platten Land und es gibt bei uns keine "Unverpackt"-Läden wie in größeren Städten. So musste ich mir selbst etwas einfallen lassen, um Plastik zu vermeiden. Im Bioladen verkauften sie fertige Beutel, in die man sein Obst einpacken kann. Sie waren mir aber zu groß - wir sind sind nur ein kleiner Zwei-Personen-Haushalt und sie sind undurchsichtig. So musste die Kassiererin immer erst umständlich hineinschauen, um zu sehen, was ich denn da eingekauft hatte.

Also fing ich selber an zu nähen. Nachdem ich meine Beutel eine Weile in Gebrauch hatte, in jedem örtlichen Supermarkt problemlos ausprobiert hatte, kam ich auf die Idee sie zu verkaufen (s. oben). Der Erlös ist auch noch für einen guten Zweck.

Ok, es gibt auch bei uns ein Gemüsegeschäft, in dem man wie in alten Zeiten alles Eingekaufte ohne Plastik direkt in die mitgebrachte Tüte legen kann. Super! Inzwischen mache ich gerne Werbung für diesen Laden (s.unten). Und der Bioladen aus dem Nachbarort liefert alle Ware fast unverpackt direkt vor die Haustür.Das hat natürlich seinen Preis und auch ich kaufe regelmäßig im normalen Supermarkt ein.

Hier habe ich ein paar Tipps gesammelt. Im Anschluss ergänze ich ein paar links, über die man sich noch genauer informieren kann.

1. Wasser aus dem Wasserkran trinken!


Wir haben auch lange für diese Erkenntnis gebraucht. Aber wir mussten es irgendwann glauben. Unser Trinkwasser ist das am besten geprüfte Lebensmittel. Was nun?Wir haben erstmal stets Wasser in einer Karaffe im Kühlschrank stehen. Kalt schmeckt es schon besser. Man kann auch kleine Eiswürfel zufügen.Als nächstes werden wir ein Gerät kaufen, mit dem man Kohlensäure zufügen kann, natürlich mit einer Glasflasche.Das Wasserkisten-schleppen (und bezahlen) hat ein Ende!Für unterwegs, ins Fitnessstudio kann man seine eigene Flasche aus Glas oder Metall mitnehmen.

2. Beutel statt Plastiktüte


“Dennoch benötigt der Durchschnittseuropäer jedes Jahr 500 Plastikbeutel. Dies beinhaltet über 300 der dünnen Tüten für Obst und Gemüse, welche fast nie wiederverwendet werden! Die Recyclingquote wird zudem auf weniger als 7% geschätzt. “
Quelle: https://www.smarticular.net/schritte-fuer-weniger-plastik-im-alltag/

Einkäufe mit dem Fahrrad mache ich mit meiner Fahrrad-Einkauftasche, in der ich stets noch Ersatztaschen für spontane Zusatzeinkäufe und meine selbst genähten Beutel für Obst oder Gemüse (siehe unter Nähen) habe.

Damit benötigst du nicht mehr die dünnen Plastiktüten, die es am Gemüsestand gibt und die man zu Hause meist gleich wegwirft.

Meine Beutel sind zwar auch aus einem Kunststoffmaterial, aber dafür nachhaltig, weil immer wieder verwendbar und waschbar.

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Inzwischen lagere ich mein eingekauftes Obst und Gemüse in meinen Beuteln auch zu Hause in der Küche.

Größere Gemüseteile wie Paprika wiege ich gemeinsam ab und lege sie lose aufs Band. Gemüse oder Obst, dass in Plastik verpackt ist, kaufe ich eben nicht.

Auch Brot und Brötchen kann man in die eigenen mitgebrachten Tüten packen.

Außerdem nähe ich jetzt Abdeckhauben für Schüsseln, in denen man Reste aufbewahrt und die dann nicht mehr mit Folie abgedeckt werden müssen.

Wurst und Käse versuche ich in größeren Stücken zu kaufen. Leider müssen sie es an der Wursttheke noch in Plastikfolie einpacken. Anweisung vom Gesundheitsamt. Nichts zu machen!

Auch in den Einkaufskisten im Auto hab ich stets einige der Beutel und Tüten.

3. Glas statt Plastik


Inzwischen hatte mich ein richtiger Hype erwischt. Ich suchte beim Einkaufen im normalen Supermarkt immer mehr nach Ersatz für Plastik. Und ich wurde fündig:Jogurt, Sahne, Milch, Leberwurst, Rotkohl, Grillsauce,.... gibt es alles im Glas. Am besten natürlich als Mehrweg-Glas.

So schwer ist es gar nicht Ersatz zu finden. Trotzdem ärgere ich mich noch über jedes Teil, das ich nur in Plastik erhalte.

4. Papier / Pappe statt Plastik


Ja, ich weiß: die Ökobilanz von Papier ist nicht viel besser als die von Plastik. Bei der Papierherstellung werden Unmengen an Wasser verbraucht. Aber es gibt doch einen Unterschied in der Entsorgung und Papier verrottet eher.Also wenn es keine andere Möglichkeit gibt, finde ich Papier oder Pappe immer noch besser als Plastik.

- Taschentücher im Kartonspender anstatt der mehrfach verpackten Einzelpackungen.

- Waschmittel in Pappkartons

5. weitere Tipps, die ich noch nicht ausprobiert habe:


- Seifenstück (auch zum Haarewaschen) - anstatt Shampoo in Plastikflaschen

- Bienenwachstücher zum Einschlagen anstatt Plastikfolie oder Alufolie

weitere Infos findest du hier:


Wenn du dich näher mit dem Thema auseinandersetzen möchtest, ist der 'Film Plastic Planet' (oder das passende Buch) ein guter Anfang, oder: 'Plastik: Der Fluch der Meere', Arte

Einmal in youtube angeklickt, kann man Dutzende Filme zum Thema sehen.
Weitere Tipps unter: Zero Waste Home oder Plastik vermeiden: 30 Tipps für den Alltag

Interessantes Buch: Dein Weg zur Nachhaltigkeit. Volland, Leena, Schreckenbach, Florian; Verlag:BoD, Norderstedt


Meine Empfehlung:

Kaufe im Bioladen oder örtlichen Obst-Gemüse-Geschäft ein!


Bei uns in Vreden / Stadtlohn:

Udo Küsters Markthalle Vreden, Up de Hacke 22, 48691 Vreden
bioLesker KG, Heideweg 52, 48703 Stadtlohn

Ich wünsche viel Spaß und Erfolg beim Plastik sparen